Post   11. 01. 2018

Das Räuchern

Die Raucheiche entstanden als eine Art  Zufallsprodukt, liegt ihr Ursprung in den Ställen der Bauern.  Verwundert, warum sich Eichenbalken und -bohlen dort so rasch und dunkel  verfärbten, wurde nach der Ursache geforscht und diese schließlich  gefunden: Der Urin der Pferde und die Ausgasungen der Rinder enthalten  Ammoniak, der mit der Gerbsäure der Eiche reagiert. Ergebnis: Holz in farblich unterschiedlichen Nuancen.

2.png
3.png

Eine Laune der Natur

Die Natur zeigt die Welt, wie sie wirklich ist: außergewöhnlich, ungeordnet, nicht perfekt. Sie überlässt Vorgännge dem Zufall, beschönigt nichts - und bringt gerade deshalb Staunenswertes hervor. Die Raucheiche etwa, eine Laune der Natur.

Heute freilich löst man die chemische Reaktion aus dem Kuhstall mit technischen Mitteln: Indem man die Eiche mit Ammoniak oder Salmiakgeist begast, nimmt ihr Holz einen braunen, dunkelbraunen bis schwarzen Farbton an. Dessen Sättigung wiederum hängt von der Menge der Gerbsäure ab, die die heimische Eiche in sich birgt. Zudem: Die Reaktion des Ammoniaks oder Salmiaks mit den Holzinhaltsstoffen bildet alterungs- und lichtstabile organisch-komplexe Salze, die das Holz geschmeidiger und zugleich widerstandsfähiger werden lassen und den innovativen deutschen Interior-Designern eine weitere spannende Spielart der Oberflächenveredelung ermöglicht. 

4.png
5.png
6.png

Amoniak reagiert mit der Gerbsäure in der Eiche und färbt das Holz dunkel. Weil Splintholz jedoch keine Gerbsäure enthält, bleibt es hell.

#raucheiche